Visionen
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Was ich 2016 (eigentlich nicht mehr) tun darf

Eine Frau hält eine brennende Wunderkerze in der Hand

2016 ist nicht mehr zu vermeiden, Zeit also, sich auf das vorzubereiten, was da kommt — und auf das, was man vom nächsten Jahr erwartet. Und von sich selbst.

1. Die Sache mit dem Einhorn

Wer im nächsten Jahr noch so auf Toilette geht wie 2015, hat definitiv etwas verpasst. Entweder Giulia Enders‘ Science-Slam oder ihr Buch »Darm mit Charme« oder diese Werbung. Zeit, das nachzuholen.

Ein unangenehmes Thema? Über das man nicht in der Öffentlichkeit spricht, geschweige denn bloggt? Lies Giulias Buch. Es verändert einiges.

2. Die Sache mit den Vorsätzen

»Wenn Steven Spielberg, 69, auf seine Apple-Watch guckt, sieht er Micky Maus: ›Dann muss ich lächeln!‹ Das glückliche Leben besteht aus Augenblicken. Wir sollten unsere genießen. Als sei es das letzte Mal.«
David Blieswood: »Jeden Augenblick genießen, als sei es der letzte«

Ja, Du hast Recht — eigentlich sind das hier sowas wie Vorsätze. Ich würde sie nur nie so nennen. Es sind Ziele, Pläne, Wünsche. Vorsätze setzt niemand um, auf Ziele kann man hinarbeiten, Pläne ausarbeiten und Wünsche kann man sich erfüllen. Vorsätze sind das, was David Blieswood für die Welt so wunderbar aufgeschrieben hat. Sowas wie:

  1. Wieder lernen, wie man eine Smokingfliege selbst bindet.
  2. Ein Klavierstück üben für sich selbst.
  3. Wieder Briefe schreiben mit dem ausgetrockneten Montblanc-Füller.
  4. Den alten Kaschmir-Mantel wieder öfter anziehen.
  5. Lass auch mal den Hermès-Seidenschirm in den Regen.
  6. Mehr Zeit für die Kinder haben – und weniger fürs Büro.

Brauche ich für 2016 also nur noch eine Smokingfliege, ein Klavier, einen Montblanc-Füller, einen Kaschmir-Mantel, einen Hermès-Seidenschirm und Kinder. Sollte eigentlich machbar sein.

3. Die Sache mit der Schokolade

Was für ein seltsames Gewohnheitstier der Mensch doch sein kann. Da beschäftige ich mich seit Jahren mit Ernährung und Lebensmitteln und doch kommt es immer wieder vor, dass in unseren Schubladen Dinge landen, die da nicht reingehören. Schokolade zum Beispiel, die unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wurde. Produkte von Konzernen wie Nestlé, Unilever oder Mondelez — von Kleidung und anderen Dingen ganz zu schweigen.

Was ich 2016 eigentlich nicht mehr tun darf.

Sie ist nicht mehr neu, aber in diesem Jahr hat die Doku »Schmutzige Schokolade«, die der Journalist und Filmemacher Miki Mistrati schon 2012 gedreht hat, mir noch mal die Augen geöffnet. 2016 will ich diese Bequemlichkeit überwinden, die mich davon abhält, vielleicht auch mal etwas länger suchen, mich etwas länger mit einem Thema beschäftigen zu müssen, um saubere Produkte zu finden. Ich will die Ignoranz überwinden, die dafür sorgt, dass die Menschen, die meine Nahrung und andere Lebensmittel herstellen, mir egal sind. Diese Haltung ekelt mich an — noch mehr als das, was die Konzerne da machen.

4. Die Sache mit dem »Eigentlich«

All diese Dinge, die ich 2016 eigentlich nicht mehr tun darf, klingen toll und gut und sinnvoll. Wäre da nicht dieses eine, kleine Wort in der Überschrift — ein Wort, das ich auch im Alltag viel zu oft benutze: eigentlich. »Eigentlich müsste man mal …« — so fangen Sätze an, die nie Konsequenzen haben. Klingt Dir alles zu viel nach guten Vorsätzen, die sowieso nie jemand umsetzt? Mir eigentlich auch.

5. Die Sache mit dem Tattoo

Kurz vor Weihnachten war Ninia la Grande in ihrer Sendung »Ninias Fashion Mag« im Berliner Tattoo-Studio »Kolory Skóry« zu Besuch. Und da habe ich wieder gemerkt: Eigentlich habe ich schon eine ganze Menge zusammen. Bilder, Idee, Text. Mir fehlt nur noch … genau: eine Tättowiererin, die alles umsetzt. Warum es kein Mann sein soll? Bauchgefühl. Ähnlich wie bei einer Psychotherapie würde ich mich bei einem weiblichen Tattoo-Artist sicherer fühlen — besser aufgehoben. Und … das mit dem Eigentlich: Hatten wir das schon?

6. Die Sache mit den Menschen

Was ich 2016 eigentlich nicht mehr tun darf.

2015 hat sich rausgestellt: Menschen sind gar nicht mal so übel. Deshalb würde ich einige der Menschen, die mir in diesem Jahr über den Weg gelaufen sind, gerne wiedersehen (Das geht an Dich, Eva!). Doch es gibt da auch noch eine ganze Menge Menschen, denen ich noch nie begegnet bin. Es wäre schön, wenn sich das ändert. Es wäre schön, wenn ich zum Beispiel Karina oder Marco, Sarah Maria oder Daniel, Duygu oder Simon endlich mal treffen würde. Ich finde, es wird Zeit.

Also los, 2016. Leg Dich ins Zeug. Ich werd’s auch tun.

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