Wort & Tat
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»Damit sind wir wieder bei gelebter Demokratie«

Im Leipziger Gewand­haus gab es gestern eine Diskus­sion mit Ursu­la von der Leyen, während der auch einige Zen­surgeg­n­er protestiert haben, teil­weise mit Erfolg, teil­weise mit Mühe. Beson­ders inter­es­sant dabei ist es zu sehen, mit welchen Schwierigkeit­en man zu kämpfen hat, wenn man Men­schen die Prob­lematik der Inter­netsper­ren näher­brin­gen möchte. Ich veröf­fentliche hier daher daher auszugsweise einen Text von Andreas Romeyke, der bei der Piraten­partei Sach­sen im Orig­i­nal zu find­en ist.

«Als näch­stes kam ein junger Vater an die Rei­he, der, wie sich später her­ausstellte, vom AK Vor­rat Leipzig kam und die Prob­lematik der Inter­net­zen­sur und Kinder­pornogra­phie ansprach. Zeit­gle­ich entwick­el­ten sich tumul­tar­tige Szenen, bei denen jün­gere Zuschauer sich durch laut­starke Zwis­chen­rufe in der Erwiderung von Frau von der Leyen bemerk­bar macht­en und diese durch Verärgerung des älteren Pub­likums quit­tiert wur­den. Frau von der Leyen hat ihre Lügen- und Schauer­märchen erzählt und der Mod­er­a­tor hat dann die näch­sten Frager abgewürgt, indem er das The­ma schnell ablenk­te und Frau von der Leyen zu ihrer pri­vat­en und inti­men Sit­u­a­tion ihres Vaters und dessen Demen­z­erkrankung befragte. Nach der Lesung kamen viele der älteren Mit­bürg­er auf uns zu und haben ihren Unmut ob der Störun­gen geäussert. In sehr vie­len Diskus­sio­nen haben wir ver­sucht, die Prob­lematik näher zu erläutern. Das Haupt­prob­lem war, dass die älteren Bürg­er die Sperre mit ein­er Löschung gle­ichge­set­zt haben, ihnen also gar nicht die Prob­lematik zugänglich war. Erst durch plas­tis­che Ver­gle­iche, z.B. mit einem anstös­si­gen Bild, vor dass man einen Vorhang zieht und ein Hin­weiss­child anbringt, dass es sich um Kinder­pornogra­phie han­dele, führte zu einem gewis­sen Ver­ständ­nis des The­mas. Beson­ders her­vorheben möchte ich eine Leipziger Stadträtin (Name ist mir lei­der ent­fall­en), die sich in die Diskus­sion ein­mis­chte und den älteren Bürg­ern auch nochmal die Prob­lematik verdeut­lichte. Ich denke, dass wir in der Diskus­sion viele von unseren Ansicht­en überzeu­gen kon­nten und ziehe ff. Fazit:
  1. Ältere Bürg­er, auch wenn sie das Inter­net ken­nen oder nutzen, ver­ste­hen die Prob­lematik nicht. Für sie bedeutet Sper­ren bzw. Stopp­schild auch automa­tisch «Gelöscht­sein», unmöglich­er Zugriff.
  2. Die Bürg­er sind der Mei­n­ung, dass ein Lösch­er­suchen an in- und aus­ländis­che Provider erfol­g­los sei.
  3. Die Bürg­er wis­sen nichts darüber, dass die Sper­rlis­ten nicht ein­se­hbar sind.
  4. Laut­starke Zwis­chen­rufe sind abso­lut kon­trapro­duk­tiv, die älteren fühlen sich gestört und der Grund der Störung ist ihnen in dem Moment egal.»

Dieser Text sowie das Orig­i­nal ste­hen unter CC-by-SA-Lizenz und dür­fen gerne weit­er­ver­bre­it­et werden.

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