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Pioniere, Vorreiter, Avantgardisten

Ich bin immer wieder über­rascht, wie alt das Inter­net eigentlich ist. Oder bess­er: wie alt die Idee des Inter­nets eigentlich ist. War wohl ein Spätzün­der — 1992 den ersten Com­put­er bekom­men, 2000 die erste E‑Mail-Adresse. In diesem Doku­men­tarfilm von 1972 mit dem Titel «Com­put­er Net­works: The Her­alds Of Resource Shar­ing» kom­men all die wichti­gen Pro­tag­o­nis­ten zu Wort, die damals an der Entwick­lung von Net­zw­erken wie Arpanet beteiligt waren: Fer­nan­do José Cor­bató, Joseph Carl Rob­nett Lick­lid­er, Lawrence Roberts, Robert Elliot Kahn, Frank Heart, William R. Suther­land, Richard W. Wat­son, John R. Pas­ta, Don­ald Watts Davies und George W. Mitchell. Ein wun­der­bares Stück Zeitgeschichte.

Ein ♥ für Blogs

Es gibt Ideen, die steck­en sofort an. Diese (Artikel lei­der offline) ist eine davon: Ein ♥ für Blogs. Warum? Weil die deutsche Blo­gosphäre vor sich hinkreb­st, ohne recht­es Ziel, ohne große Neuigkeit­en. Ab und wann schläft mal ein größeres oder kleineres Blog ein, ab und zu erwacht ein neues, so recht aber ver­mag mich nur wenig zu begeis­tern. Da bin ich mit Ste­fan Nigge­meier ein­er Mei­n­ung: Deutsche Blogs pro­duzieren zu wenig eige­nen Con­tent. Beson­ders trau­rig: Spätestens nach dem drit­ten Link begin­nt man sich in der deutschen Blo­gosphäre im Kreis zu drehen. Num­mer 1 ver­linkt Num­mer 2 ver­linkt Num­mer 3 ver­linkt Num­mer 1. Der Kater leckt sich eben selb­st die Eier. Nun aber soll ich zehn Blogs empfehlen, die mir gefall­en. Was gar nicht so ein­fach ist, da ich ja schon eine Blogroll habe, und die hier noch ein­mal hinzurotzen, wäre ziem­lich faul. Doch von Ver­linkun­gen lebt das Inter­net. Nie­mand erfährt von Deinem Blog, wenn es nie­mand ver­linkt. Und ich weiß auch: Da draußen gibt es genug gute Blogs, es gibt tal­en­tierte Schreiber und unent­deck­te Nis­chen. Zehn …

Aufstehen für ein freies Internet

Der Chaos Com­put­er Club (CCC) stat­tet Ursu­la von der Leyen (»Zen­sur­su­la«) am Fre­itag einen Besuch ab. Der Grund: An diesem Tag wer­den sich fünf der größten deutschen Inter­ne­tan­bi­eter im Bei­sein der Fam­i­lien­min­is­terin verpflicht­en, Kinder­porno­seit­en auf aus­ländis­chen Servern zu block­ieren. Nach Ansicht des CCC aber han­delt es sich dabei um knall­harte Erpres­sung der Anbi­eter. Wie auch immer man das Vorge­hen der Min­is­terin nen­nt, es bleibt, was Hol­ger Ble­ich und Axel Kos­sel in der c’t geschrieben haben: «Nie­mand kann kon­trol­lieren, ob die ges­per­rten Seit­en nach Ent­fer­nung der bean­stande­ten Inhalte wieder freigeschal­tet wer­den. Ein der­art undurch­sichtiger, unkon­trol­lier­bar­er Mech­a­nis­mus ist beden­klich, weil die Sper­rmaß­nah­men Grun­drechte wie Infor­ma­tions­frei­heit und all­ge­meine Per­sön­lichkeit­srechte berühren.» Ihr Faz­it: «Es erstaunt, dass Min­is­terin von der Leyen kom­pro­miss­los an ihren Plä­nen fes­thält und Bedenken von Experten bei­seite wis­cht, ohne darauf sach­lich zu antworten. Ein Gutacht­en des wis­senschaftlichen Dien­sts des Bun­destags etwa bescheinigt dem Sper­rvorhaben, weit­ge­hend wirkungs­los und gle­ichzeit­ig grun­drechts­ge­fährdend zu sein.» Man wird sehen, wie groß der Auf­schrei wirk­lich wird, wie viele Inter­net­nutzer diesen Ver­trag als Zen­sur betra­cht­en — unab­hängig von den Inhal­ten, die da aus …

Roboter, alles Roboter!

Vor­sicht, ver­all­ge­mein­ernde Ein­leitung, die auch noch längst bekan­nte und deshalb nicht mehr als Weisheit­en zu beze­ich­nende Wahrheit­en enthält: Die Automa­tisierung unser­er Gesellschaft hat in den ver­gan­genen Jahren mit ein­er beängsti­gen­den Geschwindigkeit beängsti­gende Aus­maße angenom­men. Das wis­sen vor allem diejeni­gen, die schon ein­mal mit Abteilun­gen namens «Sup­port» zu tun gehabt haben. Also eigentlich alle. Ich mei­de diese Abteilun­gen so gut es geht, doch nicht immer gelingt das. Am Sam­stag zum Beispiel (allein daran sieht man schon, dass Sup­­port-Abteilun­­gen in Sachen Automa­tisierung Vor­re­it­er sein müssen) habe ich eine E‑Mail erhal­ten, die mit den fol­gen­den fre­undlichen Worten begann: Man stelle mir 17,94 Euro für weit­ere sechs Monate pro­fes­sionelles Mailen in Rech­nung, teilte mir «meine» GMX Inter­net Ser­vices GmbH mit fre­undlichen Grüßen mit. Und das, obwohl ich diesen Ser­vice vorauss­chauend schon vor langer Zeit abbestellt hat­te. Nach ein­er kurzen Nachricht an den Rech­nungssup­port bekomme ich heute eine zweite Mail, ohne weit­ere Mit­teilung, ohne Erk­lärung. Nur diesen Text: Robot­er, alles Robot­er! Aber wenig­stens arbeit­en die auch an Feiertagen.

Grobkariert

Da reden Sie alle vom Inter­net und der immer­währen­den Ver­füg­barkeit von Infor­ma­tio­nen und Din­gen, als sei das Netz ein Selb­st­be­di­enungsladen ohne Anfang und Ende. Doch sie lügen sich und uns in die Tasche — Gegen­beispiele sind schnell gefun­den. Wie dieser Schal, der mir an Alfre­do Häberlis Hals per Wer­be­prospekt ins Haus flat­terte. Gewor­ben wurde für Geschirr von Iit­ta­la, das allerd­ings — ohne damit seinen Reiz schmälern zu wollen — tat­säch­lich immer­während ver­füg­bar ist, ob im Inter­net oder per Einzel­han­del. Der Schal aber war nir­gends zu find­en. Nun gut, wir haben Her­rn Häber­li aber auch unter­schätzt, in einem Mann seines Kalibers einen Burber­ry- oder Paul-Smith-Kun­­den zu ver­muten … Die let­zte Chance also war der Meis­ter selb­st. Und auf die E‑Mail mit der etwas skur­rilen Anfrage, was für einen Schal er denn da getra­gen habe, als Shoot­ing und Inter­view für Iit­ta­la stattge­fun­den hat­ten, kam tat­säch­lich auch zügig Antwort aus Zürich. Ein Mitar­beit­er seines Büros erk­lärte mir fre­undlich, nein, so ungewöhn­lich sei die Anfrage gar nicht, die bekäme man nicht zum ersten Mal, der Schal stamme aus der …