Alle Artikel mit dem Schlagwort: Festival

Trotzendorff fragt, EinsPlus antwortet

Ein Reporter des ARD-Senders EinsPlus wurde von seiner Redaktion über das Gelände von Rock am Ring geschickt, um zehn Frauen zu finden, die ihm ihre Brüste zeigen. Das ist, in einem Satz, worüber ich mich vor fünf Wochen aufgeregt habe. Und: Ich habe mir einige Fragen gestellt, öffentlich, und versucht, eine offizielle Reaktion der ARD, des SWR (der EinsPlus verantwortet) oder der Redaktion zu bekommen — per E-Mail, über Twitter und über Facebook. Nun hat es geklappt. Gestern schrieb mir Alexander von Harling, beim SWR Leiter der Abteilung »EinsPlus / Digitale Projekte« und somit Programmchef des Digital-Senders. Er hat mir, wofür ich ihm danke, erlaubt, sein Statement hier zu veröffentlichen.

Ich verstehe das nicht

Zwischen den Toten Hosen und Deichkind, irgendwann nach Mitternacht, schickte die ARD gestern einen Reporter für ihren Spartensender EinsPlus über das Gelände von Rock am Ring, der die Aufgabe hatte, zehn Frauen zu finden, die ihm ihre Brüste zeigen. Absatz. Ich habe keine rechte Lust, an dieser Stelle die Frage zu diskutieren, warum die Frauen freiwillig vor laufender Kamera blankgezogen haben und ob das einen Unterschied macht. Noch weniger will ich zu Gunsten des Senders und seines Reporters ins Feld führen, dass unter den zehn Frauen auch ein Mann gewesen ist — Sexismus wird nicht dadurch besser, dass er als Witz gemeint ist. Und überhaupt keine Lust habe ich, mir zu überlegen, ob es denkbar gewesen wäre, dass eine Reporterin auf die Suche nach Männern geht, die bei diesem Festival intime Körperteile in die Kamera halten — ganz zu schweigen von der Frage, ob ich verwundert gewesen wäre, einen solchen Einspieler nicht bei der ARD, sondern bei Sport 1 oder RTL 2 zu sehen — oder bei ARTE. All das nämlich führt nur zu billigen …

artecinema 2005

Von heute bis Sonntag findet in Neapel »artecinema«, das 10. Dokumentarfilm-Festival zur zeitgenössischen Kunst statt. Vier Tage voll kleiner Schmankerl, von Adrian Mabens »Helmut Newton: Frames from the Edge« über Jon Adlestens »Spot: Olafur Eliasson« bis hin zu »Te de Tàpies« von Carolina Tubau. Sowohl Freunde des gehobenen Dokumentarfilms, als auch Liebhaber moderne Kunst kommen also voll auf ihre Kosten. Ort des Geschehens ist das Teatro Augusteo, das ausführliche Programm gibt es auf der Homepage des Festivals.