Tisch & Bett
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Das beste Rührei der Welt? Hier ist das Rezept

Auf einem Terrassentisch in der Sonne steht ein Tablet mit Rührei, Speck und Toastbrot

In der Regel liebe ich das Frühstück im Hotel oder Bistro. Wenn alles gut läuft, gibt es an einem guten Frühstücksbuffet Dinge, die ich mir selbst so früh am Morgen nie machen würde, ich muss nichts vorbereiten, nichts wegräumen, kann mir Zeit lassen. Und wenn ich Glück habe, sind um mich herum Menschen, denen es ganz genauso geht, Menschen, die einen solchen Start in den Tag genauso genießen. Doch es gibt eben auch einige Dinge, die bei einem solchen Frühstück oft schief gehen. Und dazu gehört das Rührei.

»I think we should go all out this morning. Scrambled eggs and bacon, French toast, pancakes, the whole works.«
Paul Auster: »Man in the Dark«

Ich will hier gar nicht auf die Gründe eingehen, warum es so wenige Hotels und Bistros gibt, deren Köch*innen es gelingt, ein ordentliches Rührei auf den Tisch zu bringen. Viel lieber will ich Ihnen verraten, wie Sie selbst nicht nur ein ordentliches, sondern das beste Rührei der Welt zubereiten, schließlich ist bald Wochenende, und was bietet sich da besseres an als ein richtig schönes Brunch — mit allem, was dazu gehört?

Das Tolle am besten Rührei der Welt: Es ist ganz einfach. Die Dinge, die Sie dabei beachten müssen, können Sie an drei Fingern abzählen. Das Problem am besten Rührei der Welt: Jedes dieser Dinge ist gleich wichtig. Beachten Sie eins davon nicht, wird es eben nur ein Durchschnittsrührei.

Das beste Rührei der Welt: Rezept für 1 Person

  • 2 große Bio-Eier
  • 50 ml Milch
  • Butter
  • Meersalz
  • Pfeffer
  • Kreuzkümmel

Zuerst ist es wichtig, wie das Ei mit den weiteren Zutaten (außer der Butter, die brauchen wir zum Braten) verschlagen wird. Immer wieder lese ich in Rezepten, man solle den Handmixer dafür nehmen oder das Ei mit einem Schneebesen richtig schön schaumig schlagen. Ein Fehler, wie ich finde. Je schaumiger die Masse, desto trockener später das Rührei. Deshalb nehme ich dafür eine Gabel. Das hat zum einen den Vorteil, dass durchaus ein wenig Luft unter die Masse kommt und das Rührei später schön locker wird, zum anderen aber werden Eigelb und Eiweiß nicht komplett miteinander verschlagen — das Rührei behält Textur, wie Jürgen Dollase so gerne sagt.

»Don’t over-stir — think of these as folded eggs rather than scrambled. The eggs should have the texture of soft curds.«
Bill Granger: »Perfect Scrambled Eggs«

Als Zweites kommen wir zu den Gewürzen. Natürlich ist das Geschmackssache — und ob Sie zum Rührei noch Speck oder Kräuter oder Krabben essen möchten, spielt für dieses Grundrezept keine Rolle. Wichtig aber ist der Kreuzkümmel. Während sehr viele entweder nur auf Salz und Pfeffer oder vielleicht auf eine Prise Muskatnuss schwören, ist Kreuzkümmel (Kummin) für mich der perfekte Begleiter. Doch Vorsicht: Wie bei der Muskatnuss nicht zu viel nehmen!

Zu guter Letzt kommen wir zum Braten — und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn erstens nehmen viele Menschen für das Rührei Olivenöl oder Margarine, und zweitens wird Rührei durch die zu geringe Hitze oft labbrig oder schleimig. Ich bevorzuge Butter, und ich nehme eine richtig heiße Pfanne. Damit die Butter aber nicht verbrennt und das Rührei nicht austrocknet, ist es wichtig, dass alles sehr schnell geht, nachdem Butter und Eier in der Pfanne sind. Nicht zu wild rühren, eher das Ei falten, wie es auch Bill Granger empfiehlt. Und: nicht zu lange in der Pfanne lassen. Wenn das gelingt, haben Sie ein Rührei, das zwar einerseits schön braun ist und einen herrlichen Buttergeschmack hat, das innen drin aber trotzdem noch saftig und weich ist. Perfekt für einen guten Start in den Tag. Guten Appetit!

7 Kommentare

  1. Mh, mit Kreuzkümel – das mag ich auch. Dennoch bleibt für mich das beste Rührei, das meine Mum macht. Mit Minze und Speck.
    Und Bill Granger hat vollkommen Recht: Auf das Rühren (nicht wild, sondern mit Gefühl) kommt es an, auf den richtigen Moment für die richtige Konsistenz.
    Oh, ich könnt jetzt ein Rührei essen.

    • Minze und Speck also. Das ist für jemanden, der es liebt, mit Minze zu kochen, schon wieder so verrückt, dass es verlockend ist. Oh, und jetzt könnte ich ein Rührei essen.

  2. Joerg sagt

    Schoen, wenn man etwas so einfaches so schoen zelebrieren kann. Ich finde aber, es geht noch einfacher und noch besser.
    Man nehme NUR Eier, und keine Milch. Die Eier muessen aber unbedingt von richtigen Garten- und Wiesenhuehnern sein. Von meinen eigenen z.B., die zu zehnt 1000 Quadratmeter Wiese und Buesche haben. Man mag es kaum glauben: diese Eier schmecken um ein vielfaches besser als selbst die besten und frischesten Bio-Eier aus dem Supermarkt!
    Nun kann man die Eier, wenn es unbedingt sein muss, mit frischem Schnittlauch oder alternativ mit frischem Thymian wuerzen. Dann wie oben beschreiben mit der Gabel nicht allzu doll verruehren. Jetzt aber noch kein Salz oder Pfeffer.
    Dann in einer – nach meiner Meinung – heissen, aber nicht allzu heissen Pfanne mit einem guten Loeffel beste Butter wie oben beschrieben nur solange braten, bis Sie gerade noch feucht sind. Dann sofort auf den Teller.
    Dann mit ganz wenig Salz (ich nehme Rocksalt aus der Muehle) und frischen Tellycherry-Pfeffer auch aus der Muehle.
    Ich habe schon so viele Ruehrei-Varianten ausprobiert, inkl. des sagenhaften aus Gordon Ramsay’s 3 Sterne Fruehstuecken. Doch diese simple Variante schlaegt sie alle, sofern die Eier eben grossartig sind.

    • Danke für das Rezept, und diesen Pfeffer muss ich mir wohl auch mal angucken. Nur: Das können Sie schon so machen, aber dann ist es eben nicht mehr das beste Rührei der Welt … ;-)

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