Leben
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Grobkariert

Da reden Sie alle vom Inter­net und der immer­währen­den Ver­füg­barkeit von Infor­ma­tio­nen und Din­gen, als sei das Netz ein Selb­st­be­di­enungsladen ohne Anfang und Ende. Doch sie lügen sich und uns in die Tasche — Gegen­beispiele sind schnell gefun­den. Wie dieser Schal, der mir an Alfre­do Häberlis Hals per Wer­be­prospekt ins Haus flat­terte. Gewor­ben wurde für Geschirr von Iit­ta­la, das allerd­ings — ohne damit seinen Reiz schmälern zu wollen — tat­säch­lich immer­während ver­füg­bar ist, ob im Inter­net oder per Einzel­han­del. Der Schal aber war nir­gends zu find­en. Nun gut, wir haben Her­rn Häber­li aber auch unter­schätzt, in einem Mann seines Kalibers einen Burber­ry- oder Paul-Smith-Kun­den zu ver­muten … Die let­zte Chance also war der Meis­ter selb­st. Und auf die E‑Mail mit der etwas skur­rilen Anfrage, was für einen Schal er denn da getra­gen habe, als Shoot­ing und Inter­view für Iit­ta­la stattge­fun­den hat­ten, kam tat­säch­lich auch zügig Antwort aus Zürich. Ein Mitar­beit­er seines Büros erk­lärte mir fre­undlich, nein, so ungewöhn­lich sei die Anfrage gar nicht, die bekäme man nicht zum ersten Mal, der Schal stamme aus der Werk­statt Sonnhild Kestlers (S.K. Hand­druck) und sei bei The­ma Selec­tion in Zürich erhältlich.

Er sei jedoch lei­der ausverkauft.

Eine Klein­serie also. Hoff­nung Inter­net? Online-Auk­tion­shäuser? Google Prod­uct Search? Nun, es gibt Fir­men, und The­ma Selec­tion und Sonnhild Kestler gehören wohl ein­deutig dazu, die scheinen sich um solche Ver­trieb­swege über­haupt nicht zu küm­mern. Handgemacht­es verkauft man eben per Hand. Richtig so. Dass ich dadurch jet­zt noch immer nicht zu meinem Schal gekom­men bin und wahrschein­lich auch niemals kom­men werde, ist schließlich nicht ihr Prob­lem. Wenn aber zufäl­lig mal jemand Alfre­do Häber­li über den Weg laufen sollte und er zufäl­lig diesen Schal …

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